Regionalgeld, Bitcoin, Kryptogeld
Bitcoin & Co
Neben den gesetzlichen Zahlungsmitteln gibt es heute zahlreiche private Zahlungsmittel, die von Unternehmen oder Gruppen geschaffen wurden. Das wohl bekannteste ist der Bitcoin. Die Zahl der Varianten von Coins ist jedoch enorm. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Zahlungsmitteln Euro, Dollar, Yen etc. sind diese sogenannten alternativen Zahlungsmittel nicht reguliert, unterliegen keiner Aufsicht und können nahezu uneingeschränkt schalten und walten, wie sie wollen. Sie funktionieren in der Regel so lange, wie die Teilnehmer daran glauben. Interessanterweise wird der Wert der alternativen Zahlungsmittel immer an den gesetzlichen Zahlungsmitteln gemessen. Zum Beispiel ist der Bitcoin jetzt soundsoviel Dollar wert usw. Sehr viele Coins funktionieren nach dem Prinzip von Schneeballsystemen. Mit relativ geringen finanziellen Mitteln sind oft schon erhebliche Kursmanipulationen möglich.
Als der Autohersteller Tesla 2021 bekannt gab, dass er gerade Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar gekauft hat und Bitcoins in Zukunft als Zahlungsmittel akzeptieren wird, stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb von 24 Stunden um mehr als 22 Prozent. Tesla verdiente damit innerhalb von 24 Stunden 330 Millionen US-Dollar. Drei Monate später gab Tesla bekannt, die Bitcoins aufgrund des hohen Stromverbrauchs und der damit verbundenen Umweltbelastung wieder zu verkaufen. (Laut dem Bitcoin Energy Consumption Index der Online-Plattform Digiconomist verbrauchte Bitcoin im Jahr 2021 ungefähr so viel elektrische Energie wie die Niederlande). Ein Jahr später ist der Bitcoin-Kurs von rund 69.000,- USD auf unter 20.000,- USD gefallen. Aber immerhin gibt es Bitcoin noch und nicht wenige sehen den Kurs von Bitcoin in den nächsten Jahren bei 180.000,- USD. Viele andere Coins, die es neben dem Bitcoin gibt, sind dagegen längst wieder verschwunden. Dafür kommen täglich neue hinzu.
Aufgrund der hohen Schwankungsbreite im Wert - gemessen an den gesetzlichen Währungen - eignen sich die allermeisten Coins kaum als alternatives Zahlungsmittel. Dafür aber umso mehr als Spekulationsobjekt. Um die Kursschwankungen einzudämmen, wurden sogenannte Stable Coins entwickelt, die an regulierte Werte wie Gold oder Rohstoffe gebunden sind. Da aber die Emittenten selbst nicht reguliert waren, kam es auch hier immer wieder zu Unstimmigkeiten mit hohen Verlusten für die Anleger. Die allermeisten alternativen Zahlungsmittel bewegen sich in einem rechtsfreien Raum, der im Ruf steht, illegale Geschäfte zu ermöglichen. Bitcoin ist in der Tat eine der schmutzigsten Währungen, nicht nur wegen seines exorbitanten Energieverbrauchs, sondern auch wegen seiner großen Beliebtheit im Darknet und bei Lösegeldforderungen. Allerdings wird der Ruf nach einer Regulierung immer lauter, was einerseits den Teilnehmern eine gewisse rechtliche Grundlage geben würde, andererseits aber natürlich die Andersartigkeit, Freiheit und Kreativität alternativer Zahlungsmittel stark vereinheitlichen würde.
Regionalgeld versucht einen Teilbereich von BÜRGER-vermögen-Viel abzudecken
Das Konzept der Bürgerkarte führt zu gemeinwohlorientiertem Wirtschaften, regionalen Bürgerparlamenten und regionalen Wirtschaftskreisläufen. Jede Bürgerkartenregion verwaltet sich selbst. Die Bürgerkarte ist aber in allen Regionen gleichmaßen akzeptiert und europaweit vernetzt. Insofern bilden alle Bürgerkartenregionen ein europaweites Netzwerk. Bei der Bürgerkarte gibt es keine regionalen Grenzen. Der wirtschaftliche Austausch ist europaweit offen. Die Verwendung der Bürgervermögen wird allerdings immer regional in den regionalen Bürgerparmanenten entschieden.
Auch mit Hilfe von Regionalgeld wird häufig versucht, regionale Wirtschaftskreisläufe zu initiieren. Die mit Regionalgeld verbundenen Umstände und regionalen Beschränkungen schränken die Möglichkeiten jedoch stark ein. Hinzukommt die Problematik der rechtlichen Grauzonen. Tatsächlich wurden bundesweit immer mehr Regionalgelder von der BAFIN abgemahnt und verboten. Im Bayerischen Landtag wurde 2022 die Regierung aufgefordert, alle "Regionalwährungen" zu verbieten, auch im Hinblick auf die Beliebtheit von Regionalgeld bei den Reichsbürgern. Kritisch angesehen wird oftmals aluch der enorme Ressourcenverbrauch des Regionalgeldes (alle drei Jahre müssen die Regionalgeldscheine komplett erneuert werden, doppelte Buchhaltung, Umrechnung, Verfallsdatum etc.), soiwie der mit Regionalgeld verbundene logistische Aufwand.
Seit der Zollpolitik von Donald Trump wird Regionalgeld auch als das regionale "Trumpmoney" bezeichnet, da es ähnlich protektionistische Wirkungen wie Trumps Zollpolitik bewirkt.
Da beim Konzept der Bürgerkarte der Euro uneingeschränktes Zahlungsmittel bleibt, gibt es beim Konzept der Bürgerkarte im Gegensatz zum Regionalgeld keine rechtlichen Grauzonen. Das Konzept der Bürgerkarte geht mit den europaweit kompatiblen Bürgerkartenregionen in Kombination mit den regionalen Bürgerparlamenten weit über die Möglichkeiten von Regionalgeld hinaus.
Obwohl der Euro Zahlungsmittel bleibt, erhält der Euro in Verbindung mit der Bürgerkarte dennoch neue Eigenschaften. Eigenschaften, die den Euro regionalisieren, demokratisieren und zu einem Euro machen, der dem Gemeinwohl und vor allem realen Wirtschaftsprozessen dient.
Kurz: Eigenschaften, die europaweit das faire Miteinander von Wirtschaft, Bürgerengagement und Gemeinwohl fördern.
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